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Begriffe & Glossar

Hinweis zur Terminologie:
„Werte“ ≙ „Assets“
„Informationsverbund“ ≙ „Geltungsbereich“ (BSI-Terminologie).
Grundwerte/Schutzziele: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit.


Anwender (Benutzer/Endbenutzer/Nutzer/User):
Person, die IT-Services im Arbeitsalltag nutzt (nicht gleich Kunde).
Beispiel: EU-Zahlstelle BW = bearbeitende Stellen, die Fachverfahren nutzen.

Applikation (Anwendungsprogramm/-software/Anwendung):
IT-Unterstützung für Prozesse; fasst IT-Ressourcen zweckgebunden zusammen.

Arbeitsanweisung:
Detaillierte Beschreibung zur wiederholbar qualitätsgerechten Durchführung von Tätigkeiten.

Assets (Werte):
Werthaltige Zielobjekte einer Institution (z. B. Informationen, Systeme, Räume).

Authentisierung:
Nachweis einer Identität (z. B. Passwort, Chipkarte, Biomerkmal).

Authentizität:
Eigenschaft, einer authentisierten Identität tatsächlich zu entsprechen.

Autorisierung:
Prüfung/Bewilligung von Zugriffsrechten auf Ressourcen.

Availability Management (ITIL):
Sicherstellung vereinbarter Verfügbarkeiten von IT-Services inkl. Planung, Messung, Verbesserung.


Basis-Sicherheitscheck (BSC):
Interviewbasierter Soll-/Ist-Abgleich zum Umsetzungsgrad von IT-Grundschutz-Maßnahmen (ältere BSI-Standards 100-x).

Baustein (IT-Grundschutz):
Modularer Inhalt mit Kurzbeschreibung, Gefährdungslage, Maßnahmenempfehlungen.

Bedrohung:
Umstand/Ereignis, das über Schwachstellen Schaden an V, I, Vf verursachen kann.

Benutzerkonto (Benutzerkennung/-name):
Identifikationsmerkmal eines Anwenders gegenüber einem IT-System.

Best Practices:
Bewährte Verfahrensweisen.

Biometrie:
IT-gestützte Personen­erkennung über körperliche/Verhaltens­merkmale (z. B. Fingerabdruck, Iris).

Bugfix / Hotfix / Patch / Update / Upgrade:
Fehlerbehebung bzw. Funktionserweiterung.

  • Hotfix = dringender Patch
  • Update = meist Minor
  • Upgrade = Major

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI):
Bundesbehörde für IT-Sicherheit; Herausgeber IT-Grundschutz; Zertifizierungsstelle.

Bundesdatenschutzgesetz (BDSG):
Bundesrecht zum Schutz personenbezogener Daten (ergänzt DSGVO, Landesgesetze).

Business Impact Analyse (BIA):
Bewertung potenzieller Auswirkungen von Ausfällen auf Geschäftsprozesse.


Capacity Management (ITIL):
Sicherstellung ausreichender Kapazität/Performance (Business/Service/Component-Ebenen).

Change Management (ITIL):
Steuerung risikominimierter Änderungen am IT-Betrieb.

Configuration Item (CI):
Betriebsmittel/Komponente der IT.

Configuration Management (ITIL):
Verwaltung/Verifikation von CI-Informationen.

CMDB (Configuration Management Database):
Datenbank zur Abbildung/Verknüpfung von CIs inkl. Lebenszyklus-Daten.


Datenschutz:
Schutz personenbezogener Daten (Grundrecht; u. a. DSGVO/BDSG).

Datensicherheit:
Technisches Ziel, Daten jeglicher Art gegen Verlust/Manipulation zu sichern.

Datensicherung (Backup):
Voll/inkrementell/differenziell; Sicherstellung von V, I, Konsistenz.

Demilitarisierte Zone (DMZ):
Zwischennetz zwischen Netzen unterschiedlicher Sicherheitsniveaus.

Digitale Signatur:
Prüft Urheberschaft und Unverändertheit von Daten.


Effektivität:
Zielerreichung (unabhängig vom Aufwand).

Effizienz:
Wirtschaftlichkeit (Aufwand-Nutzen-Relation).

Ergänzende Sicherheitsanalyse:
Feststellung, wo Risikoanalysen über IT-Grundschutz hinaus nötig sind (erhöhter Schutzbedarf, Sonderfälle, untypische Szenarien).

EU-Zahlstelle Baden-Württemberg:
Verwaltungseinheiten für EGFL/ELER-Mittel (Bewilligung/Kontrolle/Auszahlung/Verbuchung).


Fachanwendung:
Spezialsoftware für spezifische Anforderungen/Branchen.

Fachaufgabe:
Behördliche Aufgaben zur Planung/Aufbau/Betrieb der EU-Zahlstelle.

Fachlicher Betrieb:
Datenadministration, Anwenderbetreuung, Pflege/Verantwortung Fachverfahren.

Fachverfahren:
IT-Unterstützung zur Beantragung/Durchführung von Verwaltungsleistungen; besteht aus einer oder mehreren Anwendungen.

Financial Management (ITSM):
Budget, Kosten, Leistungsverrechnung für Services.

Firewall (Sicherheitsgateway):
Sichere Netzkopplung, Filterung zulässiger Verbindungen.


Gefahr:
Oberbegriff; Gefährdung = konkretisierte Gefahr (z. B. defekter Datenträger).

Gefährdung:
Bedrohung wirkt über Schwachstelle auf Objekt und verursacht Schaden.

Grundwert/Schutzziel:
Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit.

GSTOOL:
Ehem. BSI-Software für Sicherheitskonzepte (Vertrieb eingestellt, Support bis 2016).


(—)


Incident Management (ITIL):
Minimierung von Störungen, Wiederherstellung des Service; Priorisierung nach Auswirkung/Dringlichkeit.

Informationssicherheit:
Schutz analoger/digitaler Informationen; Abwesenheit unvertretbarer Risiken.

ISB / CISO (IT-Sicherheitsbeauftragter):
Stabsstelle für Informationssicherheit; erstellt/fördert Leitlinien/Konzepte; steuert ISMS.

Informationssicherheits-Ereignis:
Ereignis, das das Sicherheitsniveau beeinträchtigen kann.

Informationssicherheits-Vorfall:
(Eine Serie von) Ereignissen mit Risiko für Geschäftsabläufe/Informationssicherheit.

ISMS (Informationssicherheits-Managementsystem):
Regelungen, Prozesse, Maßnahmen zur Steuerung der Informationssicherheit (kontinuierlich, PDCA).

Informationstechnik (IT):
Mittel zur Verarbeitung/Übertragung von Informationen.

Informationsverbund (IT-Verbund):
Gesamtheit von Objekten (infrastrukturell, organisatorisch, personell, technisch) in einem Anwendungsbereich (≈ Geltungsbereich).

Infrastruktur (IT-Grundschutz):
Gebäude, Räume, Energie, Klima, Verkabelung (ohne IT-Systeme/Koppelelemente).

Institutionen:
Unternehmen, Behörden, sonstige Organisationen.

Integrität:
Abwesenheit unautorisierter Änderungen an Systemen/Daten.

Interne Audits:
Regelmäßige Wirksamkeits-/Konformitätsprüfung des ISMS; Grundlage für Verbesserungen.

Internes Kontrollsystem (IKS):
Grundsätze/Maßnahmen zur Sicherung von Wirksamkeit, Ordnungsmäßigkeit, Rechtskonformität.

ISO-27000-Reihe (ISO27k):
Internationale Normfamilie zur Informationssicherheit.

  • ISO 27001: Anforderungen an ISMS (zertifizierbar).
  • ISO 27002: Leitfaden zu Maßnahmen (nicht zertifizierbar).

IS-Partialrevision:
Prüfung einzelner Prozesse/Verfahren per IT-Grundschutz-Bausteinen.

ITIL (IT Infrastructure Library):
Best Practices für IT-Service-Management (ITSM).

IT-Sicherheit:
Schutz elektronisch verarbeiteter Informationen (Teilgebiet von Informationssicherheit).


Kritische Infrastrukturen (KRITIS):
Einrichtungen mit hoher Bedeutung für Versorgung/Sicherheit.

Kumulationseffekt:
Schutzbedarf steigt durch kumulierte Schäden/Abhängigkeiten.

Kunde:
Käufer/Vertragspartner des IT-Service Providers; SLA-Adressat.


Leitlinie zur Informationssicherheit:
Strategisches Dokument zu Zielen, Mitteln, Strukturen und angestrebtem Sicherheitsniveau.


Maximum-Prinzip:
Höchster potenzieller Schaden bestimmt Schutzbedarf.

Modellierung (IT-Grundschutz):
Zuordnung von Bausteinen zu Strukturelementen; Basis für Soll-/Ist-Vergleich.


Nachvollziehbarkeit (Rückverfolgbarkeit):
Lückenlose Aufzeichnung von Handlungen (Wer/Was/Wann).

Nachweisdokumente:
Ergebnisse von Prozessen (z. B. Pläne, Protokolle, Audit-/Prüfnachweise).

Netzplan:
Bereinigte Übersicht der Strukturelemente/Verbindungen.

Nichtabstreitbarkeit:
Herkunft/Erhalt von Daten kann nicht bestritten werden.


Penetrationstest:
Nicht-destruktiver Test zur Wirksamkeit von Sicherheitsmaßnahmen.

Priorisierung:
Ressourcensteuerung nach Auswirkung/Dringlichkeit (Incident Mgmt).

Problem Management (ITIL):
Ursachenbeseitigung/Prävention von Incidents.

Proxy:
Stellvertreter-Knoten zur Weiterleitung/Filterung von Daten.

Prozess:
Strukturierte Aktivitäten zur Umwandlung von Inputs in Outputs.


Release Management (ITIL):
Geplante, störungsarme Rollouts von freigegebenen Komponenten.

Restrisiko:
Nach Behandlung verbleibendes Risiko.

Revision:
Unabhängige Prüfung von Eignung/Einhaltung von Richtlinien.

Risiko:
Kombination aus Bedrohung und Schwachstelle; bewertet nach Eintrittswahrscheinlichkeit × Auswirkung.

Risikoakzeptanz:
Bewusste Annahme eines Risikos (temporär/dauerhaft).

Risikoanalyse / -bewertung / -einschätzung / -management:
Identifikation, Analyse, Bewertung, Behandlung, Überwachung von Risiken.


Schadprogramm (Malware, Virus, Wurm, Trojaner, Rootkit, Spyware):
Software mit schädlichen Funktionen.

Schutzbedarf / -definitionen / -feststellung:
Einordnung „normal/hoch/sehr hoch“ je Objekt; Ableitung Kriterien und Vererbung.

Schutzziele:
Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit.

Schwachstelle (Vulnerability):
Sicherheitsrelevanter Fehler/Aspekt, der Bedrohungen wirksam werden lässt.

Server:
System, das Dienste für Clients bereitstellt.

Service Level Agreement (SLA):
Vereinbarung von Service-Zielen/Verantwortlichkeiten.

Service Level Management (ITIL):
Aushandlung/Überwachung von SLAs; Reviews/Verbesserungen.

Sicherheitsgateway (Firewall):
Netzkopplung nach Richtlinien.

Sicherheitskonzept / -konzeption:
Dokumente/Planung zur Erreichung der Sicherheitsziele.

Sicherheitsmaßnahme (Measure):
Organisatorisch, personell, technisch, infrastrukturell.

Sicherheitsrichtlinie:
Offizielle Vorgaben mit Schutzzielen und generellen Maßnahmen.

Single Point of Failure (SPOF):
Komponente, deren Ausfall das Gesamtsystem ausfallen lässt.

Strukturanalyse:
Erfassung der relevanten Objekte/Beziehungen eines Informationsverbunds.

Strukturelemente:
Anwendungen, IT-Systeme, Netze, Räume, Gebäude, Verbindungen.

Support (IT-Hotline/IT-Support/Benutzerbetreuung):
1st/2nd/3rd Level-Unterstützung.

Technischer Betrieb:
Standort, Infrastruktur, Hardware, Systemsoftware, DB-Bereitstellung.


Underpinning Contracts (UC):
Verträge mit externen Dienstleistern zur Absicherung von Services.


Verfügbarkeit:
Bereitstellung von Informationen/Services wie gefordert.

Verschlüsselung:
Umwandlung von Klar- in Geheimtext via Schlüssel.

Verteilungseffekt:
Reduktion von vererbtem Schutzbedarf durch Streuung über Systeme.

Vertraulichkeit:
Schutz vor unberechtigtem Zugriff.

VLAN (Virtuelle lokale Netze):
Logische Netzsegmentierung.

VPN (Virtuelles Privates Netz):
Logisch getrenntes Netz (authentisiert, verschlüsselt).

Vorgabedokumente:
Verbindliche Regelungen mit Umsetzungsverpflichtung.


Werte (Assets):
Alles, was der Institution wichtig ist (Vermögen, Wissen, Gegenstände, Gesundheit).

Werteverantwortlicher:
Verantwortet Bewertung, Schutz, Maßnahmenumsetzung für Werte.

Werteverzeichnis:
Zusammenstellung relevanter Informationen zur Unterstützung des Sicherheitskonzepts.

WLAN (Wi-Fi):
Drahtlose Netze (IEEE 802.11).

Zertifizierungsverbund:
Teilmenge des Informationsverbunds für die Zertifizierung.

Zielobjekt (Target Object):
Teil des Informationsverbunds, dem Bausteine zugeordnet werden.

Zugang / Zugriff / Zutritt:
Nutzung von Systemen / Kenntnisnahme von Informationen / Betreten von Orten.


Begriff (de)Begriff (en)Definition
AnforderungRequirementSicherheitsanforderung beschreibt Was zu tun ist; Erfüllung durch passende Sicherheitsmaßnahmen.
AssetsAssetsWerthaltige Zielobjekte zur Zielerreichung/Wertschöpfung (IT-Grundschutz-Bedeutung).
AuditAuditPrüfung auf Standard-Einhaltung, Identifikation von Lücken, Grundlage zur Verbesserung (intern/extern).
Basis-AbsicherungBasis protectionBreite Erst-Absicherung über alle Prozesse/Fachverfahren als Einstieg.
BausteineBlockModularisierte Inhalte (Gefährdungslage, Anforderungen, Hinweise) im IT-Grundschutz.
FragebogenQuestionnaireVereinheitlicht die Schutzbedarfsfeststellung.
GefährdungenThreatsBedrohungen, die über Schwachstellen wirksam werden.
GeltungsbereichScopeGesamtheit relevanter Komponenten eines Anwendungsbereichs.
Geschäfts-/KernprozesseBusiness/core processesProzesse mit unmittelbarer Wertschöpfung.
KatalogCatalogZentrale Veröffentlichung von Sicherheitsstandards (z. B. IT-Grundschutz-Kompendium).
Kern-AbsicherungCore protectionFokus auf besonders gefährdete Prozesse/Assets.
KumulationseffektAccumulation effectErhöhter Schutzbedarf durch kumulierte Schäden/Mehrfachverarbeitung.
Maßnahme(Security) measureAktionen zur Risikosteuerung (org./pers./tech./infra).
MaximumprinzipMaximum principleHöchster Schaden bestimmt Schutzbedarf.
ModellierungModelingZuordnung von Bausteinen zu Zielobjekten (inkl. Abgrenzung/Voraussetzungen).
RisikenRisksi. d. R. Häufigkeit × Schadensausmaß (spezielle Form von Unsicherheit).
RisikoanalyseRisk analysis(Deutschsprachig üblich:) Gesamtprozess der Risikobeurteilung und -behandlung.
SchutzbedarfsanalyseProtection needs analysisFeststellung Schutzbedarf „normal/hoch/sehr hoch“ inkl. Folgeschäden.
SchwachstelleVulnerabilityAspekt, der Realisierung eines Risikos ermöglicht.
SicherheitskonzeptSecurity conceptGeplante Vorgehensweise zur Erreichung der Sicherheitsziele; zentrales Dokument.
Standard-AbsicherungStandard protectionKlassische Vorgehensweise (BSI-100-2): breite und tiefe Absicherung.
SteuerungsprozesseManagement processSetzen Ziele und überwachen Fortschritt (Vorgaben/Nachweise).
StrukturanalyseStructural analysisErfassung Informationsverbund (Prozesse/Anwendungen/IT/Netze/Räume/Gebäude/Verbindungen).
UnterstützungsprozessSupport processStellt Ressourcen für Geschäfts-/Steuerungsprozesse.
VererbungPropagationÜbertragung Schutzbedarf (Maximumprinzip, Abhängigkeiten, Kumulation, Verteilungseffekt).
ZielobjektTarget objectObjekt des Informationsverbunds, dem Bausteine zugeordnet werden.
Top-Down-PrinzipTop-Down principleStrategien/Anweisungen von oben; Umsetzung/Kontrolle entlang der Hierarchie.
VerwaltungGovernanceRegeln/Prozesse/Praktiken für Steuerung, Kontrolle, Compliance, Transparenz.
CISO/ISBCISO/ISBChief Information Security Officer / Informationssicherheitsbeauftragter.
Risk OwnerRisk OwnerVerantwortet Identifikation, Bewertung, Steuerung und Reporting eines Risikos.
RACI-MatrixRACI matrixRollenklärung: Responsible, Accountable, Consulted, Informed.
Governance-GruppeGovernance groupGremium für Strategie, Richtlinien, Compliance, Risikomanagement.
InformationssicherheitszieleInformation Security ObjectivesKonkrete Ziele zum Schutz von CIA
ISO-KonformitätISO complianceEinhaltung relevanter ISO-Standards (insb. ISO 27001/27002)