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Katalog-Manager

Der Katalog-Manager ist das zentrale Werkzeug zur strukturierten Verwaltung und Nutzung von Compliance‑Katalogen in Ihrem ISMS. Er bildet die Grundlage für systematische, nachvollziehbare IT‑Compliance, indem er Anforderungen, Maßnahmen, Gefährdungen, Schwachstellen, Schadensszenarien und Kontrollen konsistent verknüpft.


Kataloge stellen sicher, dass alle Beteiligten mit einer einheitlichen, wiederverwendbaren Datenbasis arbeiten – z. B. in Risikoanalysen, Schutzbedarfsfeststellungen oder bei der Maßnahmenumsetzung. Sie schaffen:

  • Struktur & Transparenz in Sicherheitsprozessen
  • Vergleichbarkeit zwischen Bewertungen und Einheiten
  • Nachvollziehbarkeit für Audits/Zertifizierungen
  • Effizienz durch Wiederverwendung bewährter Inhalte

Praxistipp: Nutzen Sie Kataloge auch für Gefährdungen, Schwachstellen und Schadensszenarien. Sie können referenzieren (z. B. ISO 27001 nutzen, aber Gefährdungen/Maßnahmen aus IT‑Grundschutz ableiten).

Hinweis: Auf Wunsch stellen wir Ihnen relevante Standard‑Kataloge bereit und migrieren bestehende Inhalte.


Der Katalog‑Manager unterstützt unterschiedliche Frameworks/Normen:

  • BSI IT‑Grundschutz (Bausteine/Anforderungen; inkl. B3S/branchenbezogene Standards)
  • ISO‑Normen (z. B. ISO/IEC 27001, 27002)
  • Industriespezifische Standards (z. B. SOC 2, TISAX®)
  • Weitere Management‑Systeme (z. B. ISO 42001 KI‑Management, ISO 9001)
  • Benutzerdefinierte Kataloge (unternehmensspezifische Anforderungen)

Die mitgelieferten Standardkataloge gibt es doppelt, einmal deutsch und einmal englisch. Die englische Fassung erkennen Sie am Wort Catalog im Namen, etwa ISO/IEC 27001/27002:2022 Catalog. Inhaltlich sind beide gleich.

Entscheidend ist die Wahl beim Zuordnen: Titel und Beschreibungen erscheinen später in der Sprache des gewählten Katalogs, in der Modellierung ebenso wie in Gap-Analyse und Bericht. Die Oberflächensprache ändert daran nichts, sie hängt am Benutzerkonto. Eine deutsche Oberfläche mit englischen Control-Namen ist das typische Zeichen dafür, dass der englische Katalog zugeordnet wurde.


Navigation: App-Menü (Kachelsymbol oben rechts) → Operations → Kataloge

Beim Öffnen des Moduls sehen Sie die Katalogübersicht. Standard‑Kataloge sind schreibgeschützt (Stift/Trash ausgegraut).

Die linke Seitenleiste bietet drei Hauptbereiche:

katalog-uebersicht

  1. Kataloge – Verwaltung, Import, Versionierung, Inhalte
  2. Strukturkategorien – optionale fachliche Gliederung (in der Praxis selten nötig)
  3. Schutzbedarfs‑Fragebögen – Vorlagen/Erstellung für standardisierte Schutzbedarfsfeststellungen

Praxistipp: Nutzen Sie Fragebögen, um Schutzbedarf zu standardisieren. Vorlagen/Best‑Practices stellen wir gern bereit (siehe Hilfebereich „Schutzbedarfsfeststellung“).


Kataloge bestehen aus verknüpfbaren Objekttypen. Das Bausteinprinzip dient als thematische Klammer (z. B. „Netzwerksicherheit“) für zusammengehörige Inhalte.

Definition: Thematische Gruppierung (z. B. „Zugangskontrolle“, „Netzwerksicherheit“).

Wichtige Felder:

  • Implementierungsreihenfolge (Priorisierung)
  • Verantwortlichkeit (Rollen/Abteilungen)
  • Kategorie (fachliche Zuordnung)

Definition: Konkrete Vorgaben, die erfüllt werden müssen.

Wichtige Felder:

  • Verantwortlichkeit laut Katalog (Framework‑Default)
  • Weitere Verantwortlichkeiten (intern)
  • Metadaten (Beschreibung, Umsetzungshinweise, Nachweise)

Definition: Handlungsanweisungen zur Erfüllung von Anforderungen.

Wichtige Felder:

  • Lebenszyklus (Planung → Implementierung → Betrieb → Optimierung)
  • Wirksamkeit (Schutzwirkung, Evidence)
  • Umsetzungsaufwand (Zeit/Ressourcen)

Definition: Potenzielle Bedrohungen der Informationssicherheit.

Typische Kategorien:

  • Elementarereignisse (Feuer, Wasser, Strom)
  • Vorsätzliche Handlungen (Hacking, Sabotage)
  • Organisatorische Mängel (fehlende Prozesse/Rollen)
  • Technisches Versagen (Hardware/Software)

Definition: Schwächen, die Gefährdungen ausnutzen können.

Bewertungskriterien: Ausnutzbarkeit • Auswirkungspotenzial • Entdeckungswahrscheinlichkeit

Definition: Beschreiben potenzielle Auswirkungen.

Kategorisierung nach: Vertraulichkeit • Integrität • Verfügbarkeit • Compliance

Definition: Prüf‑/Überwachungsmechanismen zur Maßnahmenumsetzung.

Komponenten: Kontrollziel (Soll) • Zweck (Warum) • Guidelines (Wie)

Controls oder Anforderungen? Die häufigste Verwechslung

Abschnitt betitelt „Controls oder Anforderungen? Die häufigste Verwechslung“

Die beiden Normen benennen dasselbe unterschiedlich, und der Katalog-Manager bildet beide Sprachwelten ab:

StandardBezeichnung der VorgabeReiter im Katalog
ISO 27001 Anhang AControl (deutsch: Maßnahme)Controls
BSI IT-GrundschutzAnforderung (englisch: Requirement)Anforderungen

Wer im ISO-Katalog unter Anforderungen sucht, findet dort nichts, obwohl der Katalog 93 Vorgaben enthält. Sie stehen unter Controls. Umgekehrt liegen die Vorgaben des IT-Grundschutzes unter Anforderungen, und Maßnahmen meint dort die konkreten Umsetzungsschritte. Prüfen Sie im Zweifel, mit welchem Katalogtyp Sie gerade arbeiten.


  1. Kataloge → Erstellen
  2. Grunddaten pflegen: Name, Beschreibung, Katalogtyp, Gültigkeitsbereich
  3. Speichern

katalog-anlegen

  1. Katalog öffnen → Erstellen
  2. Objekttyp wählen (Baustein/Anforderung/Maßnahme/…)
  3. Felder & Metadaten ausfüllen (inkl. Verantwortlichkeiten/Nachweisen)

Best Practice: Erst Bausteine definieren, danach Anforderungen und Maßnahmen zuordnen.

katalog-inhalt

  1. Modul öffnen → Tab Kataloge
  2. Zuordnen wählen
  3. Relevante Kataloge auswählen → Inhalte stehen kontextbezogen zur Verfügung

Dieselbe Anforderung an zehn Zielobjektgruppen einzeln zu pflegen, ist der häufigste Grund, warum ein ISMS im Tool unhandlich wird. Wiederholt sich eine Zuordnung, referenzieren Sie das bestehende Objekt, statt es erneut zuzuordnen. Gepflegt wird dann an einer Stelle, und die Modellierung bleibt lesbar.

Das gilt nicht nur innerhalb eines Katalogs: Sie können ISO 27001 als führenden Katalog nutzen und Gefährdungen oder Maßnahmen aus dem IT-Grundschutz referenzieren, ohne beide Kataloge vollständig zu modellieren. Wie Referenzen in der Modellierung angelegt werden, steht unter Modellierung.


Der Katalog‑Manager enthält eine integrierte Fragebogen‑Funktion für standardisierte Schutzbedarfsfeststellungen.

  1. Fragebögen → Erstellen
  2. Typ (Schutzbedarfsfeststellung), Einheit, Name, Beschreibung

Fragen (Kernelemente):

  • Nummer (ID)
  • Schutzziel (Vertraulichkeit/Integrität/Verfügbarkeit)
  • Frage (klar & messbar)
  • Beschreibung (Erläuterung/Beispiele)

Antworten (Zuordnung):

  • Kategorie (normal/hoch/sehr hoch)
  • Antworttext (Option)
  • Beschreibung (Konsequenzen/Begründung)

Best Practice: Pro Schutzziel mindestens so viele Antwortoptionen, wie Schutzbedarfskategorien existieren.

#SchutzzielFrageBewertung/Leitlinie
1VertraulichkeitWelche Folgen hätte unbefugter Zugriff auf die verarbeiteten Informationen?Normal: geringe Auswirkungen • Hoch: erhebliche rechtliche/finanzielle Folgen • Sehr hoch: existenzbedrohend
2VerfügbarkeitWie lange darf das System/Information maximal ausfallen?Normal: mehrere Tage tolerierbar • Hoch: bis 24 h • Sehr hoch: nur wenige Stunden
3IntegritätWelche Folgen hätten unbemerkte Datenänderungen?Normal: begrenzte Störungen • Hoch: erhebliche Prozessfehler • Sehr hoch: Sicherheits-/Compliance‑Vorfall

Antwortoptionen (Beispiel „Verfügbarkeit“):

  • Nur wenige Stunden tolerierbar → geschäftskritisch → sehr hoch
  • Maximal 24 Stunden tolerierbar → erhebliche Beeinträchtigungen → hoch
  • Mehrere Tage tolerierbar → unkritisch → normal
  1. Fragebogen öffnen → Status
  2. Aktiv setzen

frageboegen aktivieren


Empfehlungen:

  • Hierarchische Katalogstruktur (Themen → Unterthemen)
  • Klare Namenskonventionen (Präfixe, IDs, Versionen)
  • Versionierung & Änderungsjournal (Nachvollziehbarkeit)
  • Rollen/Owner je Objekt (Verantwortung & Pflege)

  1. Relevante Standard‑Kataloge prüfen
  2. Spezifische Gefährdungen/Schwachstellen ergänzen
  3. Maßnahmen definieren, Kontrollen planen
  4. In Risikoanalyse/ISMS‑Prozesse integrieren
  1. Normenkatalog(e) zuordnen
  2. Ist‑Maßnahmen abgleichen
  3. Lücken identifizieren & priorisieren
  4. Nachweise/Controls bündeln