Anwendungsoptionen
In den ISMS-Anwendungsoptionen definieren Sie grundlegende Einstellungen, die sich auf das gesamte ISMS auswirken – von Schutzzielen über Risikomatrix-Konfigurationen bis hin zu Import-Funktionalitäten.
Warum ist das relevant?
- Individuelle Anpassung des ISMS an Ihre Organisationsanforderungen
- Standardisierung von Bewertungsmethoden und Risikomatrizen
- Effiziente Datenübernahme aus bestehenden Systemen
- Konsistente Schutzzieldefinitionen und Anpassungen
Konfigurationsbereiche
Abschnitt betitelt „Konfigurationsbereiche“1. Schutzziele
Abschnitt betitelt „1. Schutzziele“Die drei primären Schutzziele der Informationssicherheit
Abschnitt betitelt „Die drei primären Schutzziele der Informationssicherheit“Vertraulichkeit (Confidentiality)
- Schutz vor unbefugter Preisgabe von Informationen
- Vertrauliche Daten dürfen ausschließlich Befugten in der zulässigen Weise zugänglich sein
- Beispiele: Kundendaten, Patente, Forschungsdaten, personenbezogene Daten (DSGVO)
- Praxisrisiken: Offene Flipcharts nach Strategiemeetings, zugängliche Kundendaten in Büros mit Publikumsverkehr
Integrität (Integrity)
- Sicherstellung der Korrektheit und Unversehrtheit von Daten
- Schutz vor unautorisiertem Ändern, Löschen oder Einfügen von Daten
- Umfasst auch Metadaten wie Autor oder Erstellungszeitpunkt
- Praxisbeispiel: Manipulation von Messdaten medizinischer Geräte kann gravierende Folgen haben
Verfügbarkeit (Availability)
- Gewährleistung, dass Systeme und Informationen wie vorgesehen nutzbar sind
- Nicht zwingend permanente Verfügbarkeit erforderlich
- Definition über Service Level Agreements (SLAs)
- Beispiel: Gehaltsabrechnungssystem muss nur zu definierten Zeiten verfügbar sein

Erweiterte Schutzziele
Abschnitt betitelt „Erweiterte Schutzziele“In bestimmten Kontexten können zusätzliche Schutzziele definiert werden:
- Authentizität: Echtheit und Glaubwürdigkeit von Informationen
- Nichtabstreitbarkeit: Nachweisbarkeit von Handlungen
- Verbindlichkeit: Rechtliche Bindung an Transaktionen
- Zuverlässigkeit: Konsistente Systemleistung
Hinweis: Sie können in der fuentis Suite auch die Werte (Attribute) der einzelnen Schutzziele anpassen.
2. Schutzziele verwalten
Abschnitt betitelt „2. Schutzziele verwalten“Neues Schutzziel erstellen
Abschnitt betitelt „Neues Schutzziel erstellen“Zugriff auf die Konfiguration:
- Wechseln Sie ins ISMS-Modul
- Klicken Sie auf das Zahnrad-Symbol (unten links) für Anwendungsoptionen
- Navigieren Sie zur Kategorie “Schutzziele”
- Klicken Sie auf “Erstellen”
Wichtiger Hinweis:
Das Hinzufügen eines neuen Schutzziels wirkt sich auf ALLE Zielobjekt-Gruppen aus! Bereits eingereichte oder genehmigte Schutzbedarfsbewertungen werden automatisch entsperrt und müssen erneut bearbeitet werden.
Konfigurationsschritte:
- Namen vergeben: Deutsch und Englisch
- Werte definieren (mindestens 2, empfohlen 3):
- Gewichtungsstufe wählen: Sehr gering, Gering, Normal, Hoch, Sehr hoch, Kritisch
- Deutsche und englische Bezeichnung für jeden Wert
- Speichern: Klick auf “Erstellen”


Schutzziele bearbeiten und löschen
Abschnitt betitelt „Schutzziele bearbeiten und löschen“Bearbeiten:
- Klick auf das Bearbeiten-Symbol in der entsprechenden Zeile
- Anpassung von Namen und Werten möglich
- Änderungen wirken sich systemweit aus

Löschen:
- Klick auf das Löschen-Symbol
- Löschvorgang dauert einen Moment
- Push-Benachrichtigung bestätigt erfolgreiche Löschung
- Vorsicht: Löschung kann weitreichende Auswirkungen haben

3. Risikomatrix-Konfiguration
Abschnitt betitelt „3. Risikomatrix-Konfiguration“Einstellungsmöglichkeiten
Abschnitt betitelt „Einstellungsmöglichkeiten“Die Risikomatrix ist das zentrale Element zur Risikobewertung. In den Anwendungsoptionen können Sie:

Matrix-Dimensionen anpassen:
- 3x3, 4x4, 5x5 oder 6x6 Matrix wählbar
- Anpassung an organisationsspezifische Anforderungen
- Übersetzungen für alle Matrix-Größen verfügbar (außer bei einigen Versionen für 5x5)

Wertebereiche konfigurieren:
- Eintrittswahrscheinlichkeit: Prozentuale oder qualitative Skalen
- Schadenshöhe/Auswirkung: Monetäre Werte oder Kategorien
- Risikokategorien: Definition von Akzeptanzbereichen

4. Import-Funktionalitäten
Abschnitt betitelt „4. Import-Funktionalitäten“Verfügbare Import-Optionen
Abschnitt betitelt „Verfügbare Import-Optionen“GRC-Import:
- Migration von bestehendem GRC-System
- Übernahme von Risikodaten und Maßnahmen
- Mapping auf fuentis Suite 4-Strukturen
Verinice-Import:
- Datenübernahme aus verinice.PRO
- Erhalt der Verknüpfungen zwischen Objekten
- Automatische Zuordnung zu Katalogen
Import-Prozess:
- Anwendungsoptionen → Import
- Import-Typ wählen (GRC oder Verinice)
- Klick auf “Import”
- Katalog und Einheit auswählen
- Datei über “Durchsuchen” hochladen
- “Importieren” zur Ausführung
Hinweis: Bitte sprechen Sie uns bei Migrations oder Import-Projekt gerne an.

5. Automatische Titel-Generierung
Abschnitt betitelt „5. Automatische Titel-Generierung“Funktionsweise
Abschnitt betitelt „Funktionsweise“Die automatische Titel-Generierung ermöglicht:
- Einheitliche Bezeichnungen für Zielobjekte
- Entity-spezifische Präfixe für verschiedene Objekttypen
- Automatische Zähler für fortlaufende Nummerierung
Konfiguration:
- Zugriff: Anwendungsoptionen → Titelerstellung
- Berechtigung: Rolle “Titel-Präfixe verwalten” erforderlich
- Einstellungen pro Entity:
- Objekttyp (TargetObject/Asset Group Type)
- Titelpräfix
- Zählerstand

Beispiel-Konfiguration:
IT-System: IT-SYS-[001]Netzwerk: NET-[001]Raum: RAUM-[001]Prozess: PROC-[001]6. Verantwortliche Stellen
Abschnitt betitelt „6. Verantwortliche Stellen“Bedeutung und Zweck
Abschnitt betitelt „Bedeutung und Zweck“Verantwortliche Stellen bilden die Governance-Struktur des ISMS ab und definieren klare Verantwortlichkeiten:
- Rollen-Zuweisung: Zuordnung von Personen zu Funktionen im ISMS
- Entscheidungsträger: Definition von Genehmigern und Ansprechpartnern
- Nachvollziehbarkeit: Dokumentation von Verantwortlichen für Audit und Compliance
- Workflow-Integration: Automatische Benachrichtigung bei Genehmigungsprozessen
- Verwaltung von Verantwortlichen Stellen
- Zugriff auf die Konfiguration
Name (erforderlich): Vollständiger Name der PersonFunktion: Berufliche Rolle oder Position (z. B. ISMS-Leiter, IT-Sicherheitsbeauftragter)Telefon: Telefonnummer für direkte KontaktaufnahmeEmail (erforderlich): E-Mail-Adresse für BenachrichtigungenEinheit (erforderlich): Organisatorische Zuordnung (Dropdown Einheiten)Praktische Anwendung:
- Benachrichtigungen werden an die hinterlegte E-Mail versendet
- Die Einheit-Zuordnung ermöglicht organisationsspezifische Zuständigkeiten
- Besonders wichtig für Risikoakzeptanzen und Maßnahmengenehmigungen

7. ISMS-Profile
Abschnitt betitelt „7. ISMS-Profile“Zweck und Nutzen ISMS-Profile ermöglichen die Verwaltung verschiedener Security-Konfigurationen für unterschiedliche Kontexte:
- Multi-Mandanten-Support: Separate Profile für verschiedene Organisationen oder Abteilungen
- Best-Practice-Templates: Vordefinierte Profile für Standards (ISO 27001, BSI-Grundschutz)
- Schnelle Implementierung: Standardkonfigurationen für neue Projekte oder Standorte
- Compliance-Variationen: Profile angepasst an regulatorische Anforderungen
- Struktur und Verwaltung von ISMS-Profilen
- Zugriff auf die Konfiguration:
- Wechseln Sie ins ISMS-Modul
- Klicken Sie auf das Zahnrad-Symbol (unten links) für Anwendungsoptionen
- Navigieren Sie zu “ISMS-Profile”
- Profil-Eigenschaften (bearbeitbar):
- Name (erforderlich): Bezeichnung des Profils (z. B. “ISO - Mechatec GmbH”)
- Autor: Ersteller oder Verantwortlicher des Profils
- Anwendbare Geschäftsbereiche: Kategorien wie Fertigung, IT-Services, Dienstleistungen
- Anwendbare Unternehmensgrößen: Größenklassen (Mikro, Klein, Mittel, Groß) für die das Profil relevant ist
- Aktiv: Toggle zum Aktivieren/Deaktivieren des Profils
- Beschreibung: Dokumentation des Profil-Zwecks und Anwendungsbereichs
- Hochladen: ZIP-Datei mit Profil-Konfiguration und Katalogen
Vorteile
- Schnelle Implementierung für neue Organisationseinheiten
- Compliance-Vorlagen für regulierte Branchen
- Standardisierte Bewertungskriterien und Risikomatrizen
- Export und Import von Konfigurationen zwischen Systemen
Hinweis: Achtung diese Funktion steht nur Professional-Kunden oder Enterprise-Kunden zur Verfügung.
Hinweis: Sie können jeden Scope als Profil downloaden.

8. Vorfallmanagement
Abschnitt betitelt „8. Vorfallmanagement“Hier können Sie je Einheit die White- und Blacklist der E-Mails steuern und eintragen von denen Sie Incidents erhalten möchten.
Glossar
Abschnitt betitelt „Glossar“ISMS: Information Security Management System - Managementsystem für Informationssicherheit
Schutzziel: Sicherheitsziel zum Schutz von Informationen (Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit)
Risikomatrix: Zweidimensionale Darstellung zur Bewertung von Risiken basierend auf Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung
TOG: Target Object Group - Zielobjektgruppe als Strukturelement im ISMS
Entity: Organisationseinheit innerhalb der fuentis Suite
Scope: Geltungsbereich des ISMS
SLA: Service Level Agreement - Vereinbarung über Verfügbarkeiten
Kernaussagen auf einen Blick
Abschnitt betitelt „Kernaussagen auf einen Blick“-
Schutzziele sind fundamental: Die Definition und Gewichtung der Schutzziele beeinflusst das gesamte ISMS - planen Sie Änderungen sorgfältig.
-
Risikomatrix-Größe bewusst wählen: Die Matrix-Dimension sollte zur Organisationsgröße und Risikokomplexität passen - mehr Detail bedeutet auch mehr Aufwand.
-
Import gut vorbereiten: Datenqualität vor dem Import sicherstellen spart Zeit und vermeidet Fehler im produktiven System.
-
Automatisierung nutzen: Die automatische Titel-Generierung schafft Konsistenz und spart Zeit bei der Objekterstellung.
-
Performance im Blick behalten: Bei großen Datenmengen und komplexen Matrizen auf ausreichende Systemressourcen achten.