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Role-Based Access Control (RBAC)

Role-Based Access Control (RBAC) ist das Fundament für eine sichere und effiziente Rechteverwaltung in Informationssicherheitsmanagementsystemen. Die fuentis Suite 4 implementiert ein umfassendes RBAC-Konzept, das nicht nur regulatorische Anforderungen erfüllt, sondern auch die praktische Arbeit mit unterschiedlichen Organisationsstrukturen und Mandanten ermöglicht.

Warum ist RBAC relevant?

  • Compliance-Anforderungen
  • Minimalprinzip: Jeder Nutzer erhält nur die Rechte, die er für seine Aufgaben benötigt (Principle of Least Privilege)
  • Auditierbarkeit: Klare Nachvollziehbarkeit, wer auf welche Informationen zugreifen kann
  • Skalierbarkeit: Effiziente Verwaltung auch bei komplexen Organisationsstrukturen

Einheiten bilden die organisatorische Struktur Ihres Unternehmens ab. Sie dienen als:

  • Logische Trennung von Benutzern und Rollen
  • Organisationsebenen (z.B. Konzernzentrale, Landesorganisationen, Abteilungen)
  • Basis für Mandantenfähigkeit (Multi-Tenancy)

Praxis-Tipp: Nutzen Sie eine konsistente Namenskonvention für Einheiten, z.B. [Ebene]_[Standort]_[Funktion] wie HQ_GLOBAL für die Konzernzentrale oder UNIT_DE_FINANCE für die deutsche Finanzabteilung.

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Das System unterscheidet zwei Rollentypen:

Globale Rollen

  • Vordefinierte, nicht editierbare Berechtigungssets
  • Gelten einheitenübergreifend
  • Beispiele aus der fuentis Suite 4:
    • ISMS_INVENTORY_ANALYSIS_ACCESS: Zugriff auf Inventaranalysen
    • ISMS_RISK_ANALYSIS_ACCESS: Arbeit mit Risikoanalysen
    • WFM_EDITOR: Workflow-Bearbeitung
    • TSKM_MANAGER: Aufgabenverwaltung mit Board-Funktionen
    • CATM_READER/EDITOR: Katalogverwaltung
    • ASSM_INTEGRATION_MANAGER: Konfiguration externer Integrationen

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Benutzerdefinierte Rollen

  • Flexibel anpassbare Berechtigungen
  • Einheitenspezifisch zuweisbar
  • Ideal für Feinabstimmung von Zugriffsrechten

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Praxis-Tipp: Definieren Sie Rollenprofile für wiederkehrende Aufgabengebiete. Beispiel: Ein “Risk-Analyst”-Profil könnte die Rollen ISMS_RISK_ANALYSIS_ACCESS, ISMS_GAP_ACCESS und REPORTING_ACCESS kombinieren.

Benutzer werden:

  • Über Keycloak als zentralen Authentifizierungsdienst verwaltet
  • Einer oder mehreren Einheiten zugeordnet
  • Mit globalen und/oder einheitenspezifischen Rollen versehen

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Geltungsbereiche (Scopes) erweitern das Konzept der Einheiten:

  • Jede Einheit hat mindestens einen Geltungsbereich
  • Ermöglichen granulare Trennung innerhalb einer Einheit
  • Basis für die Abbildung von Informationsverbünden nach BSI IT-Grundschutz

Multi-Tenancy (Spaces) ermöglicht:

  • Vollständige Datenisolation zwischen Mandanten
  • Individuelle Konfigurationen pro Mandant
  • Cross-Tenant-Zugriffe für übergreifende Zusammenarbeit (kontrolliert)

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  1. Antragstellung: Formale Anfrage über IT-Service-Portal
  2. Genehmigungsworkflow: CISO/ISB-Freigabe erforderlich
  3. Kontoerstellung:
    • Option A: Direkt in Keycloak mit anschließender Synchronisation
    • Option B: Über Einheitenverwaltung mit automatischer E-Mail-Benachrichtigung
  4. Rollenzuweisung: Basierend auf Aufgabenprofil
  5. Schulung & Dokumentation: Nachweis der Einweisung
  1. Deaktivierungsantrag: Bei Ausscheiden/Vertragsende
  2. Sofortiger Zugriffsentzug: Zum Beendigungsdatum
  3. Monatliche Bereinigung: Überprüfung inaktiver Konten
RolleResponsibleAccountableConsultedInformed
CISO
ISB
Externer Auditor--
Inventarmanager-
Risk Owner-
IT Admin-
Task Manager

Die fuentis Suite 4 strukturiert Berechtigungen modular:

Strukturanalyse

  • Geltungsbereiche: Lesen (SL), Bearbeiten (SB), Löschen (FA)
  • Zielobjekt-Gruppen: Vollzugriff für Administratoren
  • Asset-Verknüpfungen: Eingeschränkt editierbar

Schutzbedarfsanalyse

  • Schutzbedarfswerte: Bearbeitung durch SiKo-Bearbeiter
  • Empfehlungen: Nur durch Administratoren nutzbar
  • Verteilung: Administratorrecht erforderlich

Modellierung

  • Bausteine/Anforderungen/Maßnahmen: Lesezugriff für alle, Bearbeitung ab SB
  • Custom-Elemente: Erstellung ab SiKo-Bearbeiter-Rolle
  • Import/Export: Berechtigung für Bearbeiter und höher

Risikoanalyse

  • Gefährdungen/Risiken: Vollständige Verwaltung ab SB-Rolle
  • Risikomatrizen: Ausschließlich Administratoren
  • Kontrollen: Zuweisung durch Bearbeiter, Verwaltung durch Admins

Praxis-Tipp: Definieren Sie Rollenprofile für wiederkehrende Aufgabengebiete. Beispiel: Ein “Risk-Analyst”-Profil könnte die Rollen ISMS_RISK_ANALYSIS_ACCESS, ISMS_GAP_ACCESS und REPORTING_ACCESS kombinieren.

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  • Hierarchische Einheiten für Konzernstrukturen nutzen
  • Geltungsbereiche für fachliche Trennung einsetzen
  • Naming Conventions konsequent anwenden
  • Minimalprinzip strikt einhalten
  • Regelmäßige Reviews (quartalsweise) durchführen
  • Überlappende Rollen vermeiden
  • Stellvertreterregelungen dokumentieren
  • Separate Rollen mit _EXT-Suffix verwenden
  • Zeitlich begrenzte Zugriffe einrichten
  • NDAs vor Zugriffsvergabe sicherstellen
  • Audit-Trail für externe Zugriffe aktivieren
  • Datentrennung durch separate Spaces gewährleisten
  • Cross-Tenant-Zugriffe nur gezielt und dokumentiert
  • Mandantenspezifische Workflows implementieren
  • Zugriffsprotokolle regelmäßig auswerten
  • Berechtigungsänderungen nachvollziehbar dokumentieren
  • Rezertifizierung von Berechtigungen etablieren
  • Segregation of Duties (SoD) überwachen
  • Single Sign-On (SSO) für alle Module
  • LDAP/Active Directory Anbindung möglich
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung optional aktivierbar
  • Passwort-Policies zentral verwaltbar
  • User-Sync zwischen Keycloak und fuentis Suite
  • Rollenpropagierung über alle Module
  • Caching-Mechanismen für Performance-Optimierung

Lösung: Hierarchische Einheiten mit vererbten Berechtigungen nutzen. Parent-Units können Default-Rollen für Child-Units definieren.

Lösung: Zeitgesteuerte Rollen mit Ablaufdatum implementieren. Automatische Deaktivierung nach Projektende.

Lösung: Aktivierung des vollständigen Audit-Logs. Export der Berechtigungsmatrix für Prüfungen.

Lösung: Rollenbasierte Caching-Strategien. Asynchrone Berechtigungsprüfungen für nicht-kritische Operationen.

RBAC ist Pflicht: Ohne strukturierte Rechteverwaltung keine ISO 27001-Zertifizierung

Drei-Säulen-Prinzip: Einheiten + Rollen + Benutzer = vollständige Zugriffskontrolle

Flexibilität durch Hierarchie: Globale Rollen für Grundfunktionen, Custom-Rollen für Spezialfälle

Multi-Tenancy ready: Vollständige Mandantentrennung bei gleichzeitiger Collaboration-Option

Compliance by Design: Automatische Audit-Trails und nachvollziehbare Berechtigungsvergabe


Weiterführende Ressourcen: